Das Frisieren meines Pferdes

25.03.2019  |  Tipps & Tricks

Die Turniersaison steht vor der Tür oder ist bei manchen schon im vollen Gange. Dafür werden die Pferde wieder herausgeputzt und frisiert. In diesem Blogbeitrag möchten wir Ihnen einen Überblick über die Vorgehensweise beim Frisieren eines Pferdes vermitteln.


Step 1


Wenn es die Außentemperatur zulässt, können Mähne und Schweifhaar mit einem speziellen Pferdeshampoo oder einem besonders milden Shampoo (wie z. B. Babyshampoo) und warmem Wasser gewaschen werden. Dabei ist darauf zu achten, das Shampoo gründlich auszuwaschen, so dass keine Shampoorückstände im Haar bleiben. Andernfalls können Hautirritationen auftreten. Im Anschluss müssen die Langhaare von Schweif und Mähne trocknen. Am besten dafür einen Tag einplanen.


Step 2

Um möglichst wenig Schweifhaar zu opfern, empfiehlt es sich, ein Mähnen-/Schweifspray zu verwenden. Dies wird ins trockene Haar gesprüht, um ein Verkleben der Haare zu verhindern und das „Verlesen“ des Schweifes zu erleichtern. „Verlesen“ heißt, dass man jedes einzelne Schweifhaar durch die Finger gleiten lässt. So wird verhindert, dass unnötig Haare ausgerissen werden, wie es etwa beim Verwenden einer Mähnen-/Schweifbürste der Fall ist. Auf gar keinen Fall wird ein Schweif gekämmt! Durch das „Verlesen“ bekommt der Schweif darüber hinaus auch mehr Volumen.


Damit das Schweifende schön gerade ist, wird das Schweifhaar mit einer Hand unten an- bzw zusammengefasst und die Spitzen mit einer Schere etwas gekürzt. Dressurpferde tragen ihren Schweif länger, Springpferde hingegen etwas kürzer. Hier sollte beachtet werden, dass der Schweif auf keinen Fall zu kurz gehalten wird, da der Schweif eine notwendige natürliche Fliegenabwehr für das Pferd ist. Wenn leichte Wellen erwünscht sind, kann der Schweif über Nacht zu einem Zopf geflochten werden. Manche Pferde mögen das nicht, deshalb sollte beobachtet werden, ob es sich daran stört.


Step 3


Mähnenhaare werden bei einem Turnierpferd auf eine gute Handbreite gekürzt. Ein Freizeitpferd, das im Offenstall gehalten oder viel auf der Koppel steht, sollte seine natürliche Mähne behalten, da diese zur Mückenabwehr und als „Ablaufrinne“ für Regenwasser dient. Mit einem Mähnenverziehmesser erhält man eine gleiche Länge der Mähnenhaare; mit einer Effillierschere kann man eine extrem dicke Mähne etwas ausdünnen. Das Verziehen der Mähne geht auch mit der „Hand“ und einem normalen Mähnenkamm. Dabei werden die überstehenden Haare festgehalten mit Zeigefinger und Daumen und mit dem Mähnenkamm werden die restlichen Haare nach oben toupiert. Dann werden die einigen wenigen überstehenden Haare um den Mähnenkamm gewickelt und herausgezogen. Vorsicht: Viele Pferde reagieren sehr empfindlich darauf!


Den Mähnenschopf am Kopf des Pferdes belässt man normalerweise in natürlichem Zustand.


Tasthaare und Haare in den Ohren dürfen auf keinen Fall abgeschnitten oder abrasiert werden, das wäre sonst Tierquälerei.


Der Kötenzopf (Haare) dürfen nicht komplett entfernt/abgeschnitten werden, da diese als „Ablauf“ von Wasser und Schmutz dient und somit Mauke verhindern. Deshalb ist immer darauf zu achten, dass ein paar Zentimeter der Haare vorhanden bleiben.


Step 4


Wer sein Pferd für Turnierveranstaltungen wir Dressur- oder Springprüfungen einflechten möchte, benötigt dafür Einflechtgummis, Mähnenkamm sowie eine Wäscheklammer. Idealerweise wird am Genick des Pferdes begonnen und die Mähne so eingeteilt, dass gleich große Abstände zwischen den Zöpfen entstehen, um später ein gleichmäßiges Ergebnis zu erhalten. Die einzelnen Haarpartien dann mit einem Gummi umwickeln. Es gibt allerdings Pferde, die äußerst empfindlich auf das Einflechten reagieren. Hier hilft nur Ruhe und Geduld. Oft ist eine zweite Person hilfreich, die das Pferd am Kopf etwas beruhigt und ablenkt. Jetzt wird jede eingeteilten Haarpartie möglichst stramm und soweit wie möglich nach unten bis zu den Spitzen zu einem Zopf geflochten. Dabei die restlichen Haare mit der Wäscheklammer zurückstecken. Den geflochtenen Zopf am unteren Ende mit einem Mähnengummi zusammenhalten. Wenn die ganze Mähne geflochten ist, wird jeder einzelne Zopf zweimal nach innen in Richtung Haaransatz eingeschlagen und wieder mit einem Mähnengummi fixiert.


Wenn ein Pferd eine lange Mähne hat und diese auch schön präsentiert werden soll, kann sie durch verschiedene Flechttechniken wie z. B. einem französischen Zopf in Szene gesetzt werden. Je nach Rasse wie z.B. Haflinger, Friesen etc. können ihre Mähne auch offen präsentieren.