Korrektes und kostengünstiges Entmisten und Sauberhalten meiner Pferdebox – so geht’s!

08.10.2018  |  Tips & Tricks

Ein Pferd setzt alle 30 bis 120 Minuten eine Ladung Pferdeäpfel ab. Pro Tag fallen so circa 30 bis 50 kg Mist an: in der Box, auf der Weide oder im Paddock. Tipps, wie man eine Pferdebox korrekt und dabei noch kostengünstig entmisten kann, aber auch warum dies so wichtig ist, lesen Sie in diesem Beitrag.

Grundvoraussetzung für eine korrekte Boxenhaltung mit Wechseleinstreu ist die tägliche Reinigung und das anschließende Einstreuen der Box.

Dies sollte mindestens zweimal täglich erfolgen. Die Grundreinigung erfolgt sinnvollerweise am Morgen. Sie umfasst das Entfernen der Pferdeäpfel sowie der Urinstellen. Es gibt verschiedene Materialien zum Einstreuen einer Box. Hier ist je nach Einstreu folgendes zu beachten:


Mistgabel

Bei einer Strohbox ist eine herkömmliche vier-/fünfzinkige Mist-/Dunggabel mit einer Zinkenlänge von ca. 35 cm zu verwenden (s. Abb. 1).




Es gilt zu beachten, dass der Pferdeäpfelhaufen mit der Mistgabel aufgenommen wird und mit einer Handbewegung von 180 Grad auf den Schubkarren zu entleeren (s. Abb. 2).


Sauberes Stroh

Hintergrund dieser Art und Weise ist, dass dabei das noch verwendbare trockene Stroh oben liegt, mit der Mistgabel aufgenommen und wieder in die Box zurückgeworfen werden kann (s. Abb. 3). Dies spart nicht nur Einstreu, auch die Kosten für den Abtransport des Misthaufens werden verringert (der Misthaufen wird nicht so groß). Urinstellen sind gründlich zu entfernen, da dies andernfalls zu einer erhöhten Ammoniakentwicklung (chemische Verbindung von Stickstoff und Wasserstoff) führen kann, was die Atemwege des Pferdes belastet und schädigt. Danach ist je nach Bedarf frisches Stroh einzustreuen. Dabei ist zu beachten, dass das Stroh gut aufgeschüttelt wird, um es gut in der Box verteilen zu können. Bei diesem Vorgang sollte das Pferd wegen der hohen Staubbelastung nicht in der Box stehen. Aufgrund der hohen Saugfähigkeit eignet sich Weizenstroh am besten.


Bollengabel

Bei einer Sägemehl-/Spänebox ist eine Bollengabel, die aus verschiedenen Materialien angeboten wird, empfehlenswert (s. Abb. 4). Besonderheit dieser Bollengabel ist, dass die Abstände zwischen den Zinken eng sind, damit die Späne/das Sägemehl bei einer Schüttelbewegung der Gabel durchfallen, jedoch nicht die Pferdeäpfel, die dann auf den Mistkarren kommen. So bleibt das noch verwendbare Sägemehl in der Box, was Kosten spart. Inzwischen gibt es auf dem Markt auch akkubetriebene Bollengabeln, die durch Vibration die Pferdeäpfel vom Sägemehl/den Spänen trennen. Die Urinstellen sind im Sägemehl/in den Spänen durch die dunkle Verfärbung/Feuchtigkeit gut erkennbar und lassen sich ebenfalls mit der Bollengabel einfach entfernen. Auch hier ist die Box im Anschluss mit ausreichend frischem Sägemehl oder Spänen einzustreuen. Bei Sägemehl ist darauf zu achten, dass es keine Rückstände aus behandeltem Holz enthält, da dies zu Atemwegserkrankungen oder Allergien beim Pferd führen kann. Es gibt auch abgepackte, staubfreie Späne zu kaufen, die ideal für Pferde mit Stauballergien sind.

Die zweite Reinigung der Box erfolgt am Abend. Meistens umfasst dies nur ein Abmisten, d.h. ein Entfernen der Pferdeäpfel.

Bei Stroh sowie bei Sägemehl-/Späneeinstreu ist zu beachten, dass genügend Grundeinstreu in der Box ist, da sonst Rutschgefahr für das Pferd besteht. Ein zusätzlicher Schutz gegen Ausrutschen bieten auch Gummistallmatten, die im Fachhandel erhältlich sind.

Neben den gängigen Einstreumaterialien gibt es auch noch die Möglichkeit von Hexelstroh, Hanfspäne/-stroh, Leinenstroh, Flachs etc. Bei der Auswahl des Einstreumaterials ist neben betriebswirtschaftlichen Aspekten auch das Wohlbefinden des Pferdes zu beachten. So belegen Studien, dass Pferde am liebsten auf Stroh schlafen. Denn nur im Liegen ist eine vollständige Erholung möglich, was wichtig für das Wohlbefinden und letztlich auch die Leistungsfähigkeit des Pferdes ist.

Eine saubere Box dient der Gesunderhaltung des Pferdes, so werden beispielsweise Atemwegserkrankungen, Strahlfäule und Mauke vorgebeugt.

Nicht vergessen! Zur Boxenreinigung gehört auch das Sauberhalten von Trog und Tränke.


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